Kritik: Doctor Who – The Eaters of Light

Series 10, Episode 10
mit Peter Capaldi, Pearl Mackie und Matt Lucas
Drehbuch: Rona Munro
Regie: Charles Palmer
45 Min. / Erstausstrahlung 17.6.2017

B+

Mit Spoilern.

Nächste Woche geht das Finale los, und das macht es nicht leicht für The Eaters of Light. Die letzte Folge vor dem großen Staffel-Showdown hat oft keinen leichten Stand, neigt man doch leicht dazu, hinterher eher über den Trailer für die folgende Episode zu sprechen als über die, die gerade kam. So verhält es sich auch hier. John Simm, Mondasianische Cybermen und eine doctorspielende Missy sind fürs Erste eben einfach ein bisschen spannender als das Abenteuer der Woche, das wir gerade erlebt haben. Dabei hätte das doch durchaus selbst einiges an Aufmerksamkeit verdient.

Es ist wahrscheinlich, dass wir das Team Doctor-Bill-Nardole hier zum letzten Mal außerhalb des Ausnahmezustands erleben und stattdessen in etwas, das für die TARDIS-Crew wohl als Alltag gilt. Das heißt, einige grandiose Zitate („Death by Scotland“), ein tolles Zusammenspiel zwischen den dreien und den Gastcharakteren und eine gute Gelegenheit für Bill, sich noch einmal auf sich allein gestellt zu beweisen.

Pearl Mackies Charisma und Lebhaftigkeit täuschen schnell darüber hinweg, doch es fällt auf, dass Bill diese Staffel nicht ganz die prominente Rolle eingenommen hat, die Companions in ihrem ersten Jahr normalerweise zuteil wird. Zwar hatte sie ihre Momente, doch das Verhältnis zwischen ihr und dem Doctor hat sich seit den ersten drei Folgen praktisch nicht mehr weiterentwickelt. Der Doctor scheint dieses Jahr sehr viel mit anderen Dingen beschäftigt zu sein und zwischen Nardole, dem Bewachen eines Verlieses und Missy könnte man fast meinen, als hätte er weder besonders viel Zeit für noch Interesse an seiner Begleiterin.

Steven Moffats sehr bewusste Entscheidung, Bill anders als Amy und Clara zu einem von vornherein normalen Menschen zu machen, der nicht an ein Rätsel und den größeren Plot der Staffel gebunden ist, mag im Sinne der Abwechslung funktioniert haben, aber gerade weil Bill wie schon Clara auch ihr Privatleben gerne parallel zum Leben mit dem Doctor managt, wirkt ihre Anwesenheit leicht wie eine Verpflichtung. Es ist nicht immer leicht zu sagen, warum sie eigentlich mit auf den Reisen dabei ist und man könnte sich sogar vorstellen, dass sie nur eine von vielen Bekanntschaften ist, mit denen der Doctor ab und zu mal ganz gerne auf Reisen geht.

The Eaters of Light gibt ihr zumindest den „Die TARDIS sorgt dafür, dass alle Menschen sich verstehen“-Moment, der für jede Companion wichtig ist. Gut, das wirft zwar die Frage auf, warum sie sich bei all den Außerirdischen bisher nicht über deren perfektes 21stes-Jahrhundert-Englisch gewundert hat, aber der Erkenntnismoment ist hier so gut gemacht, dass er darüber hinwegtröstet. Bill erkennt das wahre Potential der Übersetzungsmatrix und somit entdeckt sie den Schlüssel zum Sieg: Wenn beide Seiten zusammenarbeiten.

Es ist eine schöne Lektion, die das Ende von The Eaters of Light ziert. Es gibt wohl noch mehr zu erwähnen, den spannenden und wohl videospielinspirierten Look des Monsters zum Beispiel, oder die real existierenden Neunte Legion, um die sich zahlreiche Mythen ragen. Man könnte auch einfach all die lustigen Momente zitieren, die Autorin Rona Munro vor allem dem Doctor und Nardole in den Mund legte. Man könnte, man könnte. Aber habt ihr schon den BBC America-Trailer gesehen? Der Master und Missy tanzen! Himmlisch!

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