Peter Capaldi verlässt Doctor Who – Was nun?

Es ist offiziell: Nach dem Christmas Special dieses Jahr verlässt nicht nur Chefautor und Produzent Steven Moffat seine Position im Doctor Who-Produktions-Wohnwagen, mit ihm tritt eine weitere Person auf die Straße: Doctor Who himself, Peter Capaldi. Wie er nun in einem Radio-Interview mehr oder weniger aus dem Nichts angekündigt hat, wird Staffel 10 die dritte und letzte Staffel für den Schauspieler und lebenslangen Doctor Who-Fan sein. Diese Nachricht habt ihr vermutlich schon gestern gelesen (dieser Blog hier hat eher weniger den Anspruch, immer die aktuellsten Nachrichten sofort zu behandeln), das heißt, ihr habt sie hoffentlich schon ein wenig verdauen können.

Die Sache ist die: Wirklich überraschend kommt das alles nicht. Wenn Capaldi in einem knappen Jahr unsere Bildschirme verlässt, wird er drei Staffeln und vier Jahre lang der Doctor gewesen sein – genau so lang wie seine Vorgänger Matt Smith und David Tennant (die beide übrigens auch in einer Weihnachtsfolge von dannen zogen). Er wird zwei tolle Companions gehabt haben und auf Heaven Sent, die vielleicht beste Doctor Who-Folge aller Zeiten, zurückblicken können. Und wer weiß, was dieses Jahr noch alles vor uns liegt…

In gewisser Weise ist Capaldi die Ruhe auch zu gönnen. Doctor Who zu sein ist kein Teilzeitjob – im Gegenteil, zumindest in der britischen TV-Landschaft fällt es schwer, einen anderen Job zu nennen, der ähnlich kräftezehrend ist. Tatsächlich zogen sich sowohl Peter Capaldi als auch Matt Smith (der natürlich deutlich jünger war) bei den Dreharbeiten zu Doctor Who die gleiche Knieverletzung zu. Und nach vier Jahren in der gleichen Rolle bekommen wohl die meisten Schauspieler allmählich Lust, sich auch einmal anderen Projekten zuzuwenden.

Und was ist mit den Fans? Vor allem vielen älteren Zuschauer, die noch die klassische Serie kannten, sowie denen, die ihren Doctor gern ein bisschen gesetzter und weniger hibbelig mögen, war Capaldis Darstellung besonders ans Herz gewachsen – das heißt, noch mehr als das übliche Maß. Jeder Doctor hat seine eigene Generation von Anhängern, für die ein solcher Abgang erst einmal einen kleinen Weltuntergang bedeutet. Aber Doctor Who wäre nicht Doctor Who, wenn es sich von so etwas Popligem wie einem Weltuntergang aus dem Gleichgewicht bringen ließe.

Mein Doctor war, und ist wohl immer noch, Matt Smith. Ich erinnere mich noch genau, wie dessen Abschied sich angefühlt hat. Eine Menge Leere, eine Menge Traurigkeit, obwohl es letztlich nur um das Aussehen einer fiktiven Science-Fiction-Figur geht. Aber ein Doctor begleitet uns nun einmal, jahrelang. Er wächst uns ans Herz, er ist ein Ruhepol in seinem irren und wahnwitzigen Universum, das jede Woche neue Verrücktheiten zu Tage fördert, genau wie unser eigenes, persönliches kleines Universum.

Aber irgendwann ist es Zeit zu gehen. So sehr ich Capaldi auch liebe, ich fühle mich deutlich bereiter als noch vor vier Jahren. Und denen, die jetzt gerade durchmachen, was ich damals mit Smith, und vor mir unzählige Fans mit Tennant erlebt hatten, sage ich frohen Mutes: Das wird schon. Pudding Brains.

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3 Kommentare

  1. Ich kenne den Doctor schon lange, habe als Kind schon einige Episoden gesehen. Der aktuelle und die beiden Vorgänger waren sehr starke Darsteller für die Rolle des Doctors. Meinen Lob an den Verantwortlichen. Ich freue. Ich auf Staffel zehn, fand die neunte sehr gut. Ich denke aber, die neuen Verantwortlichen werden eine Gute Lösung parat haben. Denn:“Die Zeiten ändern sich, und der Doctor muss das auch tun.“

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  2. „Mein“ Doktor war ja David Tennant, aber dass Capaldi aufhört, finde ich doch sehr schade, und ich frage mich, was danach kommt… oder ist mit Dr.Who dann für immer Schluss? Ich möchte es nicht hoffen.

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