Kritik: Class – Co-Owner of a Lonely Heart

Staffel 1, Folge 4
mit Greg Austin, Fady Elsayed, Sophie Hopkins, Vivian Oparah und Katherine Kelly
Drehbuch: Patrick Ness
Regie: Ed Bazalgette
45 Min. / Erstausstrahlung 29.10.2016

A-

Buffy – Im Bann der Dämonen ist eine meiner Lieblingsserien, schon seit Ewigkeiten.Buffy tat etwas, das keine TV-Serie seitdem in ähnlichem Maße zustande gebracht hat: Die Vereinigung von übernatürlichem Monster-Abenteuer mit den alltäglichen Problemen von Teenagern… und zwar auf eine Weise, so dass sich beides gleich schlimm anfühlt.

In einer der besten Folgen bringt Buffys alleinerziehende Mutter einen neuen Freund mit nach Hause… und Buffy kann ihn nicht ausstehen. Sie weiß, er verbirgt ein grausames Geheimnis und man kann ihm auf keinen Fall vertrauen. Es ist ein Gefühl, dass viele Scheidungskinder erleben, nur lebt Buffy in einer Welt, in der ihre Befürchtungen auf schaurige Art Wirklichkeit werden: Ihr neuer Stiefvater ist in Wahrheit ein Dämon und bringt sie uns ihre Mutter in Lebengefahr – glücklicherweise wird der Dämon schlussendlich doch in Schach gehalten.

Diese dämonisches Fleisch gewordene Teenage Angst, die Buffy ausgemacht hat, ist in der vierten Class-Episode der ersten Staffel endgültig auch angekommen. Die beiden Serien wurden schon viel miteinander verglichen, aber ganz unabhängig von Plot und Charakteren: Es ist der Spagat zwischen Teenie-Drama und Fantasy-Horror, der das Doctor Who-Spin-Off nun genauso aufregend und interessant wie das beliebte Vorbild macht.

Co-Owner of a Lonely Heart konzentriert sich diesmal auf April, eine der fünf Hauptfiguren, die bis jetzt vergleichsweise kurz kam. Die Folge zeigt ihre Entwicklung von einem unauffälligen Mädchen zu einer furchtlosen Kriegerin. Natürlich wird all das mit einer komplizierten Backstory um außerirdische Verbindungen und finstere Dämonen erklärt, aber eigentlich ist es ihr Inneres, was sich endlich Bahn bricht, jahrealte Wut und Rachsucht, die unter der Fassade der guten und engagierten Schülerin begraben wurden.

Die letzten zehn Minuten der Folge sind konkurrenzlos die besten und vor allem spannendsten zehn Minuten, die Class uns bisher beschert hat, und funktionieren nur, weil der Charakter von April so gut funktioniert. Ein gut geschriebener Charakter, so eine unter Schriftstellern bekannte Weisheit, vermag es, den Leser glaubwürdig zu überraschen, und das geschieht in Class jede Woche aufs Neue. Keine Figur wird von Ness allein gelassen, jede Woche gibt es einen neuen spontanen Fan Favourite.

Wobei, ein Fan Favourite agiert immer noch ein wenig außer Konkurrenz: Doch Miss Quill, der eindeutig beste Charakter der Serie, hat in Co-Owner of a Lonely Heart sogar erstaunlich wenig zu tun. Es spricht für die Qualität von Class, dass sie ihren besten Charakter aus dem Spiel nehmen kann und dennoch eine phänomenale Folge produzieren. Denn der Rest des Casts ist der Aufgabe gewachsen. Was nach den ersten zwei Folgen noch schwer vorstellbar schien, ist jetzt endgültig klar: Jeder einzelne Charakter in Class ist stark genug, um seine eigene Folge zu schultern. Eigentlich schade, dass nur noch vier davon übrig sind.

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