Wie lange bleibt Capaldi?

Seit der offiziellen Ankündigung, dass Steven Moffat Doctor Who verlassen und durch Chris Chibnall ersetzt werden wird, sind in der whovianischen Gerüchteküche mal wieder einige unappetitliche Gedanken entstanden. Der Wichtigste: Wenn Moffat geht, geht Peter Capaldi dann auch? Schließlich fiel bereits der letzte Abgang eines Showrunners mit dem des Doctor zusammen: Russell T Davies verließ die Serie zum gleichen Zeitpunkt wie David Tennant.

Allein das ist aber erstmal kein Grund. In der Geschichte der klassischen Serie gab es etliche Fälle von Doctoren, die über die Amtszeit mehrerer Produzenten dabei waren und selbst David Tennant wäre um ein Haar für Steven Moffats erste Staffel geblieben, entschied sich aber im letzten Moment dagegen. Der Gedanke, dass ein Doctor einem Showrunner „gehört“ und nur von diesem weitergeführt werden kann, ist also Quatsch.

Dennoch scheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Weihnachtsfolge 2017 die letzte Folge für den zwölften Doctor sein könnte. Alles, was jetzt folgt, ist zwar rein spekulativ, aber anders können wir über die Sache im Moment ja auch nicht reden, da wir noch nichts Konkretes wissen.

Auch wenn ein Showrunner-Wechsel nicht zwangsläufig einen Doctor-Wechsel nach sich ziehen muss, könnte Chris Chibnall sich als neuer Boss der Serie durchaus dazu entschließen, ohne Peter Capaldi weiterarbeiten zu wollen. Sei es, um einen sauberen Neuanfang zu wagen oder weil sich seine kreativen Vorstellungen von denen Capaldis unterscheiden. Genauso ist es vorstellbar, dass die große körperliche Belastung für den Schauspieler auch mal genug ist und er sich wieder anderen und weniger stressigen Jobs zuwenden will.

Womöglich liegt die Entscheidung aber auch bei keiner der beiden Personen. Das letzte Wort haben immer noch die ehrwürdigsten Anzugträger bei der BBC und die könnten mit einem üngeren Hauptdarsteller ein größeres Potential sehen. Geschichten über „Quoten-Krisen“ unter Capaldi sind zwar größtenteils Blödsinn, aber der reifere und unangenehmere Doctor war von Anfang an ein Risiko. Für die meisten Fans hat sich dieses Risiko zwar ausgezahlt, aber ob sich Merchandise und Heimkino immer noch so gut verkaufen wie in Matt Smith-Zeiten wissen nur die Herren in den grauen Anzügen.

Der Punkt ist: Wir haben keine Ahnung. Die einzige Aussage, die je hierzu gemacht wurde, stammt von Peter Capaldi selbst, der über Staffel 10 meinte: „Jemand hat mir gesagt, das könnte mein letztes Jahr sein.“ Da wir aber weder wissen, wer diese finstere Prophezeiung ausgesprochen hat, noch ob an ihr etwas dran ist, hilft uns das auch nicht gerade weiter. Beide Szenarien sind vorstellbar und ohne Insider-Informationen sogar zu etwa gleichen Wahrscheinlichkeiten.

Natürlich wird das weder die Capaldi-Fans von ihren Sorgen fern-, noch die Medienmedien der Welt davon abhalten, über Capaldis möglichen Ausstieg zu berichten. Doch im Moment können wir eigentlich nur dasitzen und warten was als nächstes passiert. Und wissen, dass wenn Capaldi 2018 nicht mehr dabei ist, er mit vier Jahren und drei Staffeln die gleiche Amtszeit hinter sich haben wird wie David Tennant und Matt Smith. Und allzu schäbig ist das eigentlich nicht.


Foto © BBC

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