Das Doctor Who/Harry Potter-Crossover, das nie (aber fast) war

Der 31. Juli ist kein unwichtiges Datum in der Geschichte: Heute vor 52 Jahren wurden beispielsweise William Hartnell, Carole Ann Ford, Jacqueline Hill und William Russell als Besetzung für die neue noch unbekannte BBC-Serie „Doctor Who“ angekündigt. Und genau 25 Jahre später wurde Lucie Miller, treue und streitlustige Companion des achten Doctors, geboren.

Aber für ein anderes britisches Franchise bedeutet der heutige Tag noch um einiges mehr: J.K. Rowling, die Frau, die keine Einleitung braucht, wird heute nämlich 50 Jahre alt und damit ist auch die Figur Harry Potter jetzt 35. Aber was für eine Rolle spielt Harry Potter im Doctor Who-Universum? Und vor allem: Was für eine hätte Harry Potter spielen können?

Der Doctor selbst ist Harry Potter-Fan, das wissen wir nicht erst seit The Shakespeare Code. Laut einem obskuren Spin-Off-Roman ist der achte Doctor sogar im Besitz von allen elf Harry Potter-Romanen, unter anderem auch Harry Potter and the Half Moon Dentist. Allein deshalb erscheint es logisch, dass sich die Wege der beiden Welten ab und an kreuzen. Zu den offensichtlichsten Fällen gehören zum Beispiel David Tennant als Barty Crouch Jr. und John Hurt als Mr. Ollivander.

Aber auch hinter den Kulissen kam es immer mal wieder zu Getuschel. 2004 gehörte J.K. Rowling zu den Autoren, die Russell T Davies anfragte, für die neue Serie zu schreiben, doch sie lehnte dankend ab. Seitdem wurde ihr Name immer wieder ins Gespräch gebracht, zuletzt 2013, als es eine Zeit lang ganz so aussah als würde sie einen Beitrag zur Jubiläums-Kurzgeschichtensammlung beisteuern. Bisher wurde leider nie etwas daraus, aber Paul McGann hat uns schließlich gelernt, nie die Hoffnung zu verlieren.

Worüber wir hingegen sicher sein können, dass daraus nichts wird, ist eine recht abgefahrene Geschichte, die Russell T Davies in seinem Buch The Writer’s Tale als eine Idee für das 2009er Christmas Special heranzieht. Ich wollte die schon lange gern mal zum Thema machen und eine bessere Gelegenheit als heute bekomme ich nicht mehr.

Die Folge, deren Platz schließlich von The Next Doctor eingenommen wurde, stellte sich Davies im Sommer 2007, also direkt nach der Veröffentlichung von Die Heiligtümer des Todes, etwa so vor: Eine kalte Winternacht in Edinburgh. J.K. Rowling (ja, sie selbst) versucht sich zuhause an ihrem ersten Werk nach Harry Potter. Dann springt ein Alien-Käfer auf ihren Rücken. ZAP! J.K.s Fantasie wird Wirklichkeit! Eine Welt von viktorianischer Magie ersetzt die im Hier und Jetzt und der Doctor muss sich an Hexen und Zauberern vorbeikämpfen, um J.K. Rowling im Zentrum von all dem zu erreichen. „Wir hatten Shakespeare, Dickens, Agatha Christie… Warum sollten Kinder denken, alle großen Autoren wären tot?“, schreibt Davies enthusiastisch.

Laut ihm war die erste Frage seiner Ko-Produzentin Julie Gardner (nachdem sie aufhörte zu lachen), ob Rowling wohl wirklich für so etwas zu haben sein würde. Er war allerdings anhand der Interviews, die er von ihr gesehen hatte, fest davon überzeugt. Der Einzige, der gar nicht damit zufrieden schien, war David Tennant, welcher anmerkte, die Geschichte klinge wie eine Parodie. Die Idee verlor sich schließlich allmählich und wurde durch Cybermen in einem viktorianischen Winter ersetzt. J.K. Rowling selbst hat sich nie zu der ganzen Sache geäußert. Muss sie schließlich auch nicht. Sie ist J.K. Rowling.

Happy Birthday.


Foto © Warner Bros.

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