Das Regenerationenranking – Top 13

13. Colin Baker wird Sylvester McCoy

in Time of the Rani

Todesursache: Den Kopf gestoßen

Letzte Worte: „Carrot juice, carrot juice, carrot juice…“

Keine große Chance: Colin Baker war für diese Regenerationsszene nicht einmal anwesend. Nachdem er nach zwei Staffel recht unrühmlich gefeuert worden war, weigerte er er sich, für eine halbe Minute Bildschirmzeit zurückzukehren und der neue Doctor Sylvester McCoy übernahm auch die Rolle seines Vorgängers – mit Perücke. Nicht umsonst hält sich seit langem die Fan-Theorie, dass alle Doktoren seit McCoy eigentlich Hochstapler sind, schließlich haben wir dem sechsten Doctor nie richtig bei der Regeneration zugesehen.

 

12. David Tennant wird David Tennant

in The Stolen Earth

Todesursache: Dalek

Letzte Worte: „I’m regenerating!“

Auf der Liste der besten Cliffhanger würde diese Szene wohl um einiges weiter vorne landen, aber sobald in der nächsten Folge klar wird, dass David Tennants spontane Regeneration eigentlich nicht mehr als ein Glied in einer sehr komplizierten Ereigniskette ist, die schließlich in einem handlichen Privatdoctor für Rose Tyler mündet, verliert sie doch sehr an Gewicht. Zudem schien sie vier Jahre lang zu suggerieren, dass für den Doctor ein ewiges Leben eigentlich kein Problem sein sollte. Hauptsache, er hackt sich direkt nach der Regeneration ein paar Hände ab und trägt sie immer bei sich. Zumindest bis The Time of the Doctor klarstellte, dass sie genauso zählt. „I had vanity issues at the time“, sagt der elfte Doctor und er hat nicht Unrecht.

 

11. John Hurt wird Christopher Eccleston

in The Day of the Doctor

Todesursache: Altersschwäche

Letzte Worte: „I hope the ears are a bit less conspicuous this time.“

Der Abgang des War Doctor ist keineswegs schlecht, er ist lediglich ein wenig unspektakulär. Während eine Regeneration üblicherweise der Höhepunkt einer Folge ist, ist seine Verwandlung in Christopher Eccleston eher ein erwartetes Satzzeichen in einer Folge, in der es von Höhepunkten nur so wimmelt. Zudem ist sie leider für den einzigen enttäuschenden Moment verantwortlich. Denn als John Hurts Augen zu denen von Christopher Eccleston wurden, sprang für den Bruchteil einer Sekunde die Hoffnung auf, der neunte Doctor hätte sich doch noch zu einem kleinen Auftritt im Jubiläums-Special überreden lassen. Daraus wurde leider nichts.

 

10. David Tennant wird Matt Smith

in The End of Time

Todesursache: Strahlenvergiftung

Letzte Worte: „I don’t want to go.“

Wo der Abschied des zehnten Doctors durch nicht zu bestreitende Emotionalität punktet, scheitert er leider gleichzeitig daran. Nein, ich bin kein Fan dieser Regeneration und mein Problem damit lässt sich gleich nochmal mit dem elften Doctor ausdrücken, der seinem Vorgänger Eitelkeit ankreidet. Die letzte halbe Stunde dieser sehr zähen Doppelfolge ist nämlich einer von ganz wenigen Tabu-Brüchen, die eine Doctor Who-Folge begehen kann: Es wirkt, als wäre die Serie zu Ende. David Tennant hatte so viele junge Fans an Doctor Who herangeführt wie kaum ein Darsteller vor ihm und dies war die Gelegenheit, diesen Fans zu zeigen, dass Doctor Who mehr ist als nur er.

Stattdessen verbringt der Doctor seine letzten zwei Stunden auf dem Bildschirm mit Jammern und Klagen, mit einer Abschiedstour zu praktisch jeder Person, die er einmal kannte und damit, dem Publikum mitzuteilen, dass eine Regeneration mit einem Tod gleichzusetzen ist und seine nächste Identität nichts mehr mit ihm zu tun haben wird (eine Ansicht, die so ziemlich jeder anderen Darstellung von Regeneration widerspricht). Klar passt das auch zu seinem eitlen Charakter, aber dafür ist die Folge schlussendlich nicht differenziert genug. Sie blickt nicht genug hinter die Fassade, sondern präsentiert uns den Doctor als tragischen Helden, wegen dem wir uns jetzt bitte die Seele aus dem Leib heulen sollen, weil der nächste eh scheiße wird. Mir ist bewusst, dass das viele anders sehen und natürlich will auch niemandem die Freude (oder wohl eher Trauer) an diesem Moment absprechen, aber für mich war und ist es einfach nichts, auch wenn ich David Tennant an sich sehr gerne mag.

 

9. Patrick Troughton wird Jon Pertwee

in The War Games

Todesursache: Erzwungene Regeneration

Letzte Worte: „No no no no!“

Noch einer, der nicht gehen wollte: Patrick Troughton wurde von den Time Lords dazu gezwungen, seine Gestalt zu verändern und das zu einer Zeit, als das Wort „Regeneration“ noch nicht einmal erfunden war. In einer psychedelischen Szenerie driftet er durch einen hausgemachten Vortex und schreit ein ums andere Mal „No no no no!“ Ganz so sehr auf Tragik gebürstet ist die Darstellung allerdings nicht, stattdessen zeigt sich eher der sture Widerwillen des zweiten Doctors, von irgendjemandem Anweisungen entgegenzunehmen.

 

8. William Hartnell wird Patrick Troughton

in The Tenth Planet

Todesursache: Altersschwäche

Letzte Worte: „Keep warm.“

Die erste Regeneration – einzigartig wohl vor allem wegen ihres Schockfaktors. Es ist wohl kaum vorstellbar, wie die Zuschauer 1966 wohl reagierten, als der Doctor plötzlich schweigend zusammenbrach und sich in einen anderen Mann verwandelte. Heutzutage entfaltet sie natürlich nicht mehr die gleiche Wirkung, erfüllt aber dennoch ihren Zweck: Sie wirbelt ordentlich durch. Übrigens war die Gestaltwandlung des Doctors nicht die einzige Premiere in der Folge The Tenth Planet. Sie ist gleichzeitig der erste Auftritt der Cybermen.

 

7. Sylvester McCoy wird Paul McGann

in Doctor Who (TV-Film)

Todesursache: Herz-OP

Letzte Worte: „He’s out there!“

Die Entstehung des neuen Doctors gehört zu den besten Momenten in diesem fürs US-TV produzierten Pilot-Film von 1996, der nie eine dazugehörige Saffel erhielt. Nicht nur die für die Verwandlung verwendeten Effekte sind großartig, auch der Weg dorthin ist ungewöhnlich und spannend, auch wenn er wenig Raum für große Gefühle lässt: Nachdem er beim unachtsamen Verlassen der TARDIS prompt von einer Horde Gangster niedergeschossen wird (deswegen gibt es den TARDIS-Scanner an der Konsole…), wird der Doctor in ein Krankenhaus gebracht und stirbt dort an den gut gemeinten Rettungsversuchen einer Chirurgin, die wohl noch nie einen Time Lord aufgeschnitten hat. Unerwartet und aufregend, und die Regeneration selbst ist fast schon eine kleine Horror-Szene.

 

6. Jon Pertwee wird Tom Baker

in Planet of the Spiders

Todesursache: Strahlenvergiftung

Letzte Worte: „Where there’s life, there’s…“

In der ersten traditionellen Regenerationsgeschichte, wie wir sie heute kennen, wird eine ganze Menge aufgefahren, um dem dritten Doctor Lebwohl zu sagen. Als es dann schließlich soweit ist, ist er jedoch größtenteils bewusstlos und hat kaum Gelegenheit, sich zu verabschieden. Es ist Elizabeth Sladens Darstellung von Sarah Jane, die die Szene so großartig macht. Ihre Menschlichkeit zeigt das erste Mal wirklich auf, was es eigentlich heißen kann, einen Freund auf diese Weise zu verlieren.

 

5. Christopher Eccleston wird David Tennant

in The Parting of the Ways

Todesursache: Zu viel Vortex

Letzte Worte: „And you know what? So was I.“

Kurz, bittersüß und auf den Punkt: Christopher Ecclestons Regeneration ist vielleicht nicht gerade außergewöhnlich, aber sie macht alles richtig. Ein bisschen wehmütig ist sie natürlich, da sie leider viel zu früh kam, aber alles in allem ist es schön, einen Doctor auch mal lächelnd abtreten zu sehen. Dass Doctor Who nach nur einer neuen Staffel wieder den Hauptdarsteller wechseln musste, war alles andere als geplant, aber es wurde das Beste daraus gemacht. Ein so schneller Wechsel hätte schließlich auch nach hinten losgehen können.

 

4. Tom Baker wird Peter Davison

in Logopolis

Todesursache: Sturz

Letzte Worte: „It’s the end. But the moment has been prepared for.“

Das hier ist vermutlich die abgefahrenste von allen Szenen in dieser Liste, also macht euch keine Sorgen, wenn ihr sie nur vom Anschauen des Clips nicht so ganz versteht. Der vierte Doctor war außergewöhnlich und außerirdisch und so ist auch sein Ende für uns Erdlinge sehr undurchsichtig. Gleichzeitig schwingt ein für diese Inkarnation ungewohnt melancholischer und verhängnisvoller Ton mit. Tom Baker kam laut und er ging leise, aber besonders im Kontext der ganzen Folge ist dies eine ganz besondere und bewegende Regeneration.

 

3. Peter Davison wird Colin Baker

in The Caves of Androzani

Todesursache: Vergiftung

Letzte Worte: „Adric?“

Die Regeneration des fünften Doctors kommt am Ende einer Folge, die zurecht oft als eine der besten Doctor Who-Geschichten aller Zeiten genannt wird. Schon früh in der Geschichte wird der Doctor vergiftet und schafft es gerade noch, seine Regeneration lang genug zurück zu halten, um seine neue Begleiterin Peri in Sicherheit zu bringen. Es war das erste Mal, dass ein Doctor für eine andere Figur sein Leben gab, und selten war sie für ihn traumatischer. Als letztes Wort haucht er den Namen der einen Person, die er während seiner Zeit nicht retten konnte. Kein Wunder, dass seine nächste Inkarnation ordentlich einen an der Schüssel hatte.

 

2. Matt Smith wird Peter Capaldi

in The Time of the Doctor

Todesursache: Altersschwäche

Letzte Worte: „I will always remember when the Doctor was me.“

Hier wird ja eigentlich ein bisschen geschummelt. Die Regeneration von Matt Smith teilt sich nämlich gleich in zwei Szenen: Einmal der große heroische Moment auf Trenzalores Glockenturm, in dem der Doctor dem Tod entgegentritt, wie man es sich von ihm wirklich wünscht: „If you want my life, COME! AND! GET IT!“ Und dann der sanfte emotionale Abschied in der TARDIS, in der die Tränen so richtig fließen dürfen. Ein noch nicht aufgelegter Telefonhörer vom letzten Telefonat, Fish fingers and custard auf dem Boden, ein Gute Nacht von Amy Pond… Selten habe ich bei Doctor Who je so geweint, aber gleichzeitig zeigt sich der Doctor hier weiser, erfahrener: Er weiß, dass alles seine Zeit hat und alles einmal zu Ende geht. Und bei allem Schmerz verschwindet er lächelnd.

 

1. Paul McGann wird John Hurt

in The Night of the Doctor

Todesursache: Raumschiffabsturz

Letzte Worte: „Physician, heal thyself.“

Tragischer (oder besser) wird es nicht mehr. Siebzehn Jahre musste Paul McGann warten, bis er diese Szene endlich drehen durfte… und wie sich die Geduld lohnte! Wir sehen einen gebrochenen Doctor, gezeichnet von einem Krieg, dem er immer versucht hat auszuweichen und der ihm nun keine andere Möglichkeit mehr lässt, als selbst ein Teil davon zu werden. Doch dazu muss er alles ablegen, was seine Identität vorher ausmachte: Seine Prinzipien, seinen Glauben an das Gute und natürlich auch seinen selbst gewählten Namen.

Eine Regeneration macht nie Spaß, aber üblicherweise hat man dennoch die Gewissheit, dass der nächste in der Reihe immer noch der Doctor sein wird, immer auf der Seite des Guten, niemals grausam und niemals feige. Diese Gewissheit ist verschwunden. Der Doctor bricht das Versprechen, das er sich selbst gegeben hat und wird zu einem Krieger. So etwas passiert kein zweites Mal.

 


Fotos © BBC

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5 Kommentare

  1. Ich verstehe deine Kritik an der Regeneration vom 10. zum 11. Doctor, aber für mich hat es sich ganz anders angefühlt. Es war so traurig und ich fand, dieser lange Abschied hat mir Zeit gegeben, angemessen um ihn zu trauern und Abschied zu nehmen. Denn letztendlich ist es ja irgendwie doch ein Tod, auch wenn manches erhalten bleibt. Und wie ein Ende hat es sich für mich trotz allem gar nicht angefühlt. Ich habe viel geweint, aber ich fand es toll.

    Wogegen ich die bei der Regeneration des 11. zum 12. Doctor gar nicht so viel geweint habe. Die fand ich auch toll, kann dir da auch zustimmen, ich fand den 11. Doctor auch wundervoll – aber dennoch hat diese Art des Abschieds nur eine einzelne Träne verursacht… aber gut war sie. :)

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    • Ja, das ist natürlich das Problem mit so einem Ranking, es fällt natürlich schwer, da ganz persönliche Vorlieben aus dem Spiel zu lassen (wobei man das ja eigentlich gar nicht sollte). Ich hatte nur bei Smith einfach viel eher das Gefühl, dass Raum für persönliche Gefühle gelassen wurde, man konnte die Szene etwas trauriger oder auch optimistischer interpretieren.

      Und ja, Smith ist halt mein Liebling, insofern werde ich Sachen, die mit ihm zu tun haben, wohl nie wirklich neutral beurteilen können… Immerhin war ich stark genug, ihn nicht auf Platz 1 zu stellen. ;)

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      • Hach, dafür ist so etwas doch da, um den persönlichen Eindruck zu zeigen.
        Und ja, das Gefühl kenne ich :D Allerdings gehöre ich da wohl zu einer Minderheit, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann, ob ich Tennants oder Smith‘ Doctor lieber mag. :D

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      • Haha :D Ja, das stimmt. Ich lese nur immer wieder „… ist mein (liebster / Lieblings-) Doctor“ oder „Welchen Doctor magst du am meisten?“ und ich sitze da emotional zerrissen und finde einfach beide auf ihre Art toll. ;)

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